Fundsachen 

Nach 58 Jahren Berufstätigkeit im Reisegeschäft (davon 48 Jahren als Selbständiger) sollte man meinen,
schon alles erlebt zu haben. Aber es gibt immer wieder „Fundsachen“, wo man als Augenzeuge / Leser / Hörer überrascht wird. Diese „Fundsachen“ werden hier künftig ganz am Ende dieser Homepage eingestellt ... sozusagen "Das Allerletzte" ...

Günter Klose / Inhaber Atlantis Reisen & Japan Tours Wunstorf / Region Hannover


Betr.: Wird man mit einem Reisebüro reich ? 
Wer sich für die wirtschaftliche Situation der deutschen Reisebüros interessiert, muss nur mal die jährlichen Statistiken des deutschen Reise -Verbandes DRV ansehen. Dort kann man nachlesen, dass Reisebüros eine Nettorendite von 1,2 % bis 2,4 % vom Umsatz aufweisen - und zwar VOR Steuern. Reisebüros unter 1 Mio. Jahresumsatz schreiben in der Regel sogar Verluste, hier gibt es Netto"renditen" von bis zu minus 3,5%. 

Was sind die Gründe ? Fluglinien (Linien- und Billigfluglinien gleichermaßen) zahlen seit Jahren keinerlei Vermittlungsprovisionen mehr an Reisebüros, viele Reisebüros erheben daher eine Ticketgebühr bei Flugvermittlungen.
Die Provisionen bei Kreuzfahrten und Pauschalreisen sind umsatzabhängig, Reedereien und Reiseveranstalter zahlen bei geringen Umsätzen nur 5%, 6% oder 7% Provision. Auch nach 47 Jahren Selbständigkeit erlebe ich bei diesem Thema immer wieder böse Überraschungen.
Wir haben bei der dt. Vertretung für Princess Cruises -inter connect in München- eine Kreuzfahrt mit der Emerald Princess gebucht für den 02.11.2025 (Schiffs-Foto links oben). Kreuzfahrtpreis 1259,11 Euro.
Hierauf zahlt die Reederei eine Provision von 19,20 Euro ... also 1,52 Prozent!
Zahlt unser Kunde die Reise per Kreditkarte, übersteigt die Disagio-Gebühr, die wir an die Kreditkarten-Unternehmen zahlen müssen, den Provisionsbetrag  - d.h. wir haben bei dieser Buchung Geld sogar verloren. Autor: Günter Klose

 Hier die Kreuzfahrtrechnung (2 Seiten) von inter connect mit der Provision von 1,52%:


Wenn Sie das Bild anklicken, wird es stark vergrößert. Dann ist auch die gelbe (falsche) Flugroute besser erkennbar.

Betr. Falsch-Information bei LH-Japan-Flug

Als Japan-Veranstalter fliegen wir mehrfach zwischen Deutschland und Japan hin und her, fast immer mit Lufthansa. Die EU-Fluglinien meiden ja seit Beginn des Ukraine-Krieges den Überflug z.B. über Russland, damit verlängern sich auch die Flugzeiten. Der Flug FRA-TYO LH  716 mit Boeing 747 führt hin über Südasien, zurück über Alaska und Grönland. Der LH Flug MUC-KIX (Osaka/Kobe) führt hingegen auf Hin- und Rückflug via Südasien. Zu unserer Überraschung zeigte auf dem Flug LH 743  KIX-MUC unser Bildschirm vom Start an die Routenführung über die Russland-Route an, also den direkten Weg. Ich fragte die Purserin, wieso den Passagieren eine falsche Route angezeigt werde. "Das habe ich noch gar nicht bemerkt" war die Antwort - die Route wurde während des Fluges nicht korrigiert und es gab auch keine Durchsage zur Beruhigung der Passagiere. Möglicherweise war diese Falschanzeige kein einmaliger Irrtum, sondern ein Systemfehler. Das die Flugbegleiter(innen) das nicht mitbekommen (in der Kabine sind ja auch Bildschirme mit der falschen Route installiert) ist für mich unverständlich.
Autor: Günter Klose


Betr. Japan zur Kirschblüte ohne Kirschblüten und
ein extrem hoher Reisepreis 

Mein Unternehmen ist seit 40 Jahren Reiseveranstalter und Reisemittler für Japan, meine Frau Angela und ich sind jedes Jahr 50 bis zu 80 Tagen in Japan unterwegs mit kleinen Gruppen, um unseren Kunden "Land & Leute" in diesem wunderbaren Reiseland zu präsentieren. Da fallen mir natürlich "Ungereimtheiten" bei Japan-Angeboten oder Japan-Berichten sofort auf. Am 15.08.25 enthielt die "Hannoversche  Allgemeine Zeitung" eine 16-seitige Beilage betitelt mit "Traumhafte Leserreisen". Gleich auf Seite 2 wurde nebenstehendes Japan-Angebot aufgeführt.
Die Reise beinhaltet eine 2 wöchige Kreuzfahrt mit "Westerdam" von Holland America, die von uns auch gern verkauft wird, denn Holland America ist eine traditionsreiche und verlässliche Reederei.

Der Hinflug startet am 20.04., Ankunft Japan am 21.04.26 Aufenthalt Kyoto 3 Nächte 21.04. bis 24.04.; Aufenthalt Tokyo 2 Nächte 24.04. bis 26.04.26.
Die Reiseausschreibung zeigt ein großes Foto vom Kyomzidera-Tempel in Kyoto mit prächtiger Kirschblüte; die Titelzeile verspricht "Japan zur Kirschblüte". Das Problem: die Kirschblüte in Kyoto ist Ende März;  in Tokyo Anfang April. Wir sind alljährlich selbst als Reiseleitung im April  mit unserer "Kirschblüten"-Gruppenreise in Japan unterwegs - 

allerdings in Morioka (544 km nördl. von Tokyo) oder in Hirosaki (687 km nördl. von Tokyo). Es ist ausgeschlossen, dass die Reiseteilnehmer(innen) in Kyoto, Hiroshima  und Tokyo auch nur eine Kirschblüte "live" zu Gesicht bekommen. Da ist großer Ärger schon vorprogrammiert. Ein weiteres Ärgernis ist der Reisepreis. Der Grundpreis des Reiseveranstalters für eine Innenkabine mit Flug und 5 Übernachtungen in Japan beträgt  6059 Euro.
Die Innenkabine kostet bei uns und bei der Reederei direkt 1389 Euro p.P., der Hinflug nach Japan kostet mit Qatar Airways 699.05 Euro, mit Emirates 711,44 Euro jeweils inkl. Gepäckaufgabe. Der Rückflug mit Condor am 10.05. von Vancouver nach Frankfurt in der komfortableren Premium Economy ist inkl. Gepäck aktuell für 599,99 Euro buchbar.
Also: Kreuzfahrt 1389 Euro, Hin- und Rückflug 1299,04 Euro inkl. Gepäck, das Japan-Programm inkl. 5 Übernachtungen und Ausflüge sollte bei ca. 800 Euro p.P. liegen. Mithin ein ungefährer Gesamtpreis von 3490 Euro p.P. .... Für diese Reise 6059 Euro p.P. aufzurufen (= p.P. ca. 2569 mehr, zu zweit ca. 5000 Euro mehr als der derzeitige tatsächliche Preis ... das ist schon sehr mutig. Offensichtlich glauben weder der Zeitungsverlag noch der Reiseveranstalter, dass sich die Interessenten die Mühe machen, die Kalkulation zu überprüfen.
Dann wäre man schon beim Kabinenpreis aufgeschreckt: das Zeitungsangebot ruft für die Meerblickkabine einen Preis von 6699 Euro auf, der Mehrpreis für die Meerblickkabine: satte 640 Euro p.P.. In Wirklichkeit kostet die Meerblickkabine aktuell 1479 Euro = nur 90 Euro p.P. mehr als die Innenkabine. Somit zahlen 2 Personen allein für die Meerblickkabine 1100 Euro mehr als notwendig. 
Autor: Günter Klose 


Betr. Oceania Cruises: 67 Titel / Anreden

Auf der deutschsprachigen Homepage Angebote für Luxuskreuzfahrten | Oceania Cruises kann man sich für einen Newsletter registrieren lassen. Normalerweise kann als Anrede/Titel  Herr, Frau, Dr. oder  Prof. Dr.  ausgewählt werden – vielleicht auch ein, zwei Anreden / Titel mehr. Nicht so bei Oceania Cruises, ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Miami, die Europa-Zentrale hat ihren Sitz in Southampton. Dort muss auch der kreative Verfasser der Webseite sitzen, der wohl wochenlang nach möglichen und unmöglichen Anreden/Titeln gesucht hat. Das Ergebnis: man kann unter 67 (siebenundsechzig) Anreden/Titeln auswählen – das sollte doch mit einem Eintrag in das Buch „Guiness World  Records“ belohnt werden.

Zur Auswahl stehen u.a. Abgeordneter, Admiral, Baron, Bürgermeister, Chef, Chefkoch, Dekan, Diakon, Ehrenwerter, Exzellenz, Fähnrich, Gefreiter, Hochwürden, Ihre Durchlaucht, Kantor, Lord, Obergefreiter, Pater, Präsident, Rabi, Richter, Ritter, Schwester, Seine Durchlaucht, Senator, Staffelführer … um nur 27 von 67 möglichen Anreden / Titeln zu nennen. Herrlich !!! Obwohl: nach Studium der 67 Anreden / Titel kann einem die eigene Bedeutungslosigkeit schlagartig bewusst werden. Auf mich passt nur „Herr“ … denn ich war und bin  kein Abgeordneter, kein Baron, kein Bürgermeister, kein Chefkoch,
kein Gefreiter (geschweige denn Obergefreiter), Pater, Präsident, Ritter, Senator ..
selbst zum Staffelführer hat es nicht gereicht.

P.S. Ich habe diesen Newsletter NICHT bestellt.  
Autor: Günter Klose 


Unglaublich: Volkshochschulen geben selbsternannten "Reiseexperten" (= Beruf Lehrer) Plattform
zur Diffamierung von Reisebüros  und Reiseveranstaltern

(wenn Sie auf die beiden Artikel klicken, werden diese vergrößert dargestellt)

Volkshochschulen sind mit ihrem Auftrag zur Erwachsenenbildung segensreiche Einrichtungen; ich selbst habe schon oftmals Kurse bei VHS gebucht und habe auch schon für eine KVHS einen Vortrag über Sri Lanka abgehalten - (übrigens ohne Honorar).
Neu ist, das VHS diffamierende Kurs-Titel zulässt ("Reisebüros war gestern") und dem Lehrer und VHS-Dozenten Kai Kaufmann die falsche Behauptung aufstellen läßt, mittels einer Online - Buchung in Eigenregie sei diese  "individuell zugeschnitten, einfach und vor allem günstiger". Kompletter Unsinn. Gute Reisebüros und gute Reiseveranstalter (überall gibt es "schwarze Schafe", auch in unserer Branche) bieten dem Kunden fast immer einen geldwerten Vorteil: die oftmals jahrzehntelange eigene Berufserfahrung und jahrzehntelange Kunden-Rückmeldungen haben ein Expertenwissen entstehen lassen, welches den Kunden kostenlos zugute kommt: welche Fluglinien, Reedereien, Hotels sind vertrauenswürdig ? Welche Einreisebestimmungen sind zu beachten ? Welche gebuchten Leistungen sind im Insolvenzfall durch den Sicherungsschein gemäß  § 651r BGB abgesichert ? Welche Versicherungen sind unbedingt buchenswert (z.B. Reisekrankenversicherung mit Rücktransport) ? In der Corona-Pandemie waren renommierte Reedereien wir TUI Cruises z.B. mehr als 1 Jahr lang nicht telefonisch erreichbar - wer online gebucht hatte, bekam keinerlei tel. Kontakt zur Reeederei. Wir waren in der Pandemie Tag für Tag zu unseren normalen Bürozeiten erreichbar - mit voller Belegschaft. Das gilt auch für online gebuchte Flüge: bei Streiks oder wetterbedingten Flugausfällen sind die Fluglinien nicht oder erst nach Stunden erreichbar. Wurde der Flug im Reisebüro gebucht, kümmern sich unsere Kollegen und wir um die Umbuchung des Fluges.  Herr Altmann dokumentiert mit seiner Behauptung "online buchen ist günstiger als im Reisebüro" eine Ahnungslosigkeit ohnegleichen. Reisebüros bekommen  von IATA- Fluggesellschaften sogenannte "Veranstaltertarife", die weder online im Internet noch bei der Fluglinie  direkt buchbar sind. Als Top-Partner zahlreicher Reedereien (Hapag Lloyd Cruises, Costa, MSC, TUI Cruises, Plantours) bekommen wir oftmals von zahlreichen Reedereien sogenannte "closed shop" Angebote, die weder online buchbar sind auch auch nicht von den Reedereien direkt angeboten werden. Selbst im Hotelbuchungsbereich haben wir als umsatzstarke Agentur bei Agoda, booking.com und Expedia Hotel-Sonderraten, die niemand online buchen kann sondern nur über unser Reisebüro. 

Unglaublich, dass ein Lehrer mit diesem Halbwissen bzw.  Nichtwissen damit durch die Republik tingeln darf, denn sein Kursus "Reisebüro war gestern" wird von zahlreichen VHS angeboten: VHS Fichtelgebirge, VHS Weimar, VHS Dortmund, VHS Bochum, VHS Hamm, VHS Unteres Remstal, VHS Landkreis Gießen, VHS Cham, VHS Hannover Land, VHS Unna, VHS Dormagen   und, und , und...
Bekanntermaßen werden die VHS von Steuerzahlern (auch Gewerbesteuerzahlern) subventioniert.
Herrr Altmann scheint ein Herr Allwissend zu sein, denn er hat Dutzende von VHS-Auftritte mit einer atemberaubenden Themen-Vielfalt:
"Männer im Wandel" .... "Zwischen Selbstoptimierung und Selbstsorge" ... "Krisenmodus - wie wir mit Unsicherheit leben können" ... "Kapitalismuskritik verstehen und hinterfragen" ...
Die zahlreichen VHS  sollten sich hinterfragen, ob man dieser Person ein Forum für seine 
fatalen -da definitiv falschen und unwahren- Thesen bieten sollte .....
Autor: G.Klose